Schule für Kranke in Rzeszów/Polen
Die Geschichte
Mit der Gründung einer multinationalen Partnerschaft setzt die Schule für Kranke im Regierungsbezirk Oberfranken ebenfalls eindeutige Zeichen in osteuropäische Richtung. Sie ist darin Vorreiterin für ähnliche Schulpartnerschaften.
Hintergrund dieser Partnerschaft ist das Aktionsprogramm „Sokrates“, Comenius Aktion 1, der Europäischen Union im Bereich „Bildung“. Dieses Programm dient der Zusammenarbeit von Schulen auf europäischer Ebene mit dem Ziel, die Qualität des Unterrichts in allen Fächern zu erhöhen, dessen Dimension zu stärken und den Spracherwerb zu fördern.
Bereits im Jahre 2000 ergaben sich erste Kontakte nach Polen. Über das Internetangebot der Staatlichen Schule für Kranke, www.sfk-oberfranken.de, war die Schule für Kranke in Rzeszów auf ihr Pendant in Oberfranken aufmerksam geworden. Einem regen Briefwechsel folgten Besuche in Polen und ein Gegenbesuch zweier polnischer Kollegen in Bayreuth im Jahre 2002. Aus diesen vorbereitenden Zusammenkünften entwickelte sich eine Partnerschaft, die von beiden Seiten gepflegt wird und die neue beiderseitige Impulse gibt. Langfristig ist geplant, auch eine Schule für Kranke aus Lettland in diese Partnerschaft zu integrieren.
Das Klientel der Schulen für Kranke gab zugleich die Notwendigkeit einer solchen Partnerschaft vor. Denn, so führte es Horst Wolf genannt Schmidt, Rektor der Staatlichen Schule für Kranke im Regierungsbezirk Oberfranken, aus, die kranken Schülerinnen und Schüler, die nicht reisen können, müssen auf anderen Wegen fremde Länder und Nationalitäten kennen lernen.
Ziel dieser multinationalen Partnerschaft ist zum einen die Erweiterung der Sprachkompetenz; zum anderen sollen die Schülerinnen und Schüler über die Sitten und Gebräuche, die Volkskunst oder auch die Mentalität anderer Nationalitäten in Kenntnis gesetzt werden. Die Erziehung zu Achtung und gegenseitigem Verständnis, zu Toleranz im Sinne der Selbstverständlichkeit und der Normalität des Fremden spielen eine entscheidende Rolle für diese Partnerschaft.
Im Unterricht wird den berfränkischen Kindern und Jugendlichen die Partnerregion in Polen, im Karpatenvorland, näher gebracht. Hierzu stehen umfangreiches Informationsmaterial, Internetseiten und Schülerzeitungen zur Verfügung.
Die Schule für Kranke in Polen liegt in Rzeszów, der Hauptstadt des Karpatenvorlandes am Fuße der Karpaten. Diese am Fluß Wislok gelegene Stadt ist Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturzentrum des südöstlichen Polen. Rzeszów liegt unweit der Grenzen zur Slowakei und zur Ukraine, wodurch die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt positiv beeinflusst wurde.
Die Schule für Kranken in Rzeszów unterrichtet jährlich bis zu 1.300 Schülerinnen und Schüler. Von den fünfzehn Lehrkräfte besitzen einige das Zertifikat „Deutsch als Fremdsprache“ des Goetheinstituts.
"Es gibt viele gemeinsame Elemente, die eine Kooperation erleichtern und fördern“, betont Horst Wolf genannt Schmidt, und er zeigt sich zuversichtlich, dass diese Kooperation beispielgebend für eine ähnliche Partnerschaft mit einer Schule in Transkarpatien, in der Ukraine, sein könnte.